Fragen und Antworten

Über diese Kampagne
1998 startete die finnische Abstinenzorganisation Raittiuden Ystävät die Kampagne »Schenk deinem Kind nüchterne Weihnachten«, die seitdem jährlich wiederholt wird. Aufgrund des großen Erfolgs wurde die Kampagne 2007 in Schweden unter dem Namen Weiße Weihnacht zum ersten Mal ausgerufen. Über 11.000 Schweden unterzeichneten die Selbstverpflichtung, während der drei Weihnachtsfeiertage keinen Alkohol zu trinken, darunter die schwedische Gesundheitsministerin Maria Larsson. 2008 startete die Kampagne auch in Norwegen, der Schweiz und in Deutschland, wo sie in den letzten vier Jahren von bereits über 60000 Menschen unterzeichnet wurde. Aber nicht nur an Weihnachten verlieren wir den Fokus für unsere Kinder, insbesondere in Deutschland vergessen wir am Vatertag zu oft, worum es eigentlich geht. Deswegen haben der DJV, NACOA und Juvente im Jahr 2012 diese Kampagne ins Leben gerufen.

Die Ziele dieser Kampagne sind

  • Öffentlichkeit herstellen, Politiker und Medien auf die Situation und Bedürfnisse von Kindern, ihre Probleme mit dem Alkoholkonsum der Erwachsenen, besonders in der eigenen Familie, aufmerksam machen.
  • Mehr Erwachsene zum Verzicht auf Alkohol zu bewegen.
  • Ein Bewusstsein für den Bedarf alkoholfreier Räume und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Das Versprechen
Ein Ziel dieser Kampagne ist Erwachsene ein Versprechen abgeben zu lassen, am Vatertag keinen Alkohol zu trinken. Wenn Sie Vatertag mit – eigenen oder anderen – Kindern zusammen verbringen, können Sie diese Selbstverpflichtung sowohl derentwillen als auch Ihretwillen unterzeichnen. Feiern Sie den Vatertag ohne Kinder (oder gar nicht), kann das Versprechen eine Solidaritätserklärung an all die Kinder sein, die durch den Alkoholkonsum Erwachsener geschädigt werden.

Machen Sie mit und versprechen Sie Ihren Kindern und den anderen Kindern in Deutschland: Ja, am Vatertag trinke ich keinen Alkohol!

Klicken Sie hier um Ihr Versprechen jetzt abzugeben!

Woher stammt die Zahl der 2,65 Millionen Kinder in suchtbelasteten Familien?
Die Zahl der 2,65 Millionen Kinder in Deutschland, die von alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängigen Eltern großgezogen werden, beruht auf Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums. Die Zahl jener, deren Eltern unter nicht-stofflichen Süchten wie Spiel-, Arbeits- oder Sexsucht leiden, lässt sich nicht beziffern. Rund 60.000 Kinder leben mit Eltern, die von illegalen Drogen abhängig sind.

Was ist mit den Eltern, die nur wenig trinken und dies kontrollieren können?
In erster Linie geht es bei der Kampagne darum eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht haben Sie kein Problem mit Alkohol – vielleicht trinken Sie überhaupt keinen – aber ein aktives Nein kann eine positive Atmosphäre schaffen und Beispiel für andere sein. Es geht darum, den Alkohol nicht in den Mittelpunkt rücken zu lassen, besonders wenn Kinder beteiligt sind.

Zum anderen erleben Kinder ihre Eltern verändert, auch wenn diese nur kleine Mengen Alkohol getrunken haben. Es muss nicht darum gehen, dass sie aggressiv werden oder undeutlich sprechen, sondern dass die Eltern vielleicht lauter werden, besonders verschmust oder ironisch. Dies verstehen Kinder als sprunghaftes Verhalten, was sie verunsichert.

Wie kann ich die Kampagne unterstützen?
Das Wichtigste ist, dass Sie sich persönlich für Ihre eigenen oder andere Kinder entscheiden. Sie können die Kampagne auch unterstützen, in dem Sie Ihr Versprechen zur Nüchternheit weiter verbreiten. Und Sie können dabei helfen, mit Ihrer Gemeinde oder Ihrem Verein alkoholfreie Aktivitäten für Kinder und Jugendliche anzubieten. So können Kinder ein paar schöne Stunden oder Tage ohne Alkohol verbringen.

Ich bin weiblich. Kann ich die Aktion trotzdem unterstützen?
Ja. Die Aktion richtet sich zwar in erster Linie an Männer, aber natürlich können sich auch Frauen an dem Versprechen beteiligen. Und Sie können uns unterstützen in dem Sie Freunden, Bekannten und Verwandten von uns erzählen.

Warum »beschränken« Sie sich auf einen Tag Nüchternheit, sollten Sie sich nicht für 100 % Nüchternheit einsetzen?
Natürlich wäre es schön, wenn sich viele Menschen dazu entschließen könnten, alkoholfrei zu leben, besonders Eltern. Aber diese Kampagne konzentriert sich auf ein bestimmtes Datum, den Vatertag, ein Tag, der sehr schwierig ist für Kinder, die in einer Familie mit Suchtproblemen leben.

Darf ich alkoholfreies Bier trinken, wenn ich den Vertrag unterschreibe?
Natürlich können Sie alkoholfreies Bier trinken, wenn Sie den Vertrag unterzeichnen. Aber bedenken Sie bitte, dass sich Kinder mit negativen Erfahrungen mit Bier unbehaglich und verunsichert fühlen können, wenn alkoholfreies Bier getrunken wird. Denn es riecht wie gewöhnliches Bier, und die Flaschen sehen oft aus wie gewöhnliche Bierflaschen.

Ist das Versprechen bindend? Woher wissen Sie, dass sich die Leute daran halten, was sie versprochen haben?
Das Versprechen ist eine moralische Verpflichtung, von der wir annehmen, dass alle, die sie unterschreiben, es aus der Einsicht heraus tun, dass der Vatertag ein Tag sein sollte, an dem wir uns auf die Kinder besinnen, und dass sie sich deswegen entscheiden nicht zu trinken.

Ich feiere Vatertag nicht mit Kindern, warum sollte ich dann nüchtern bleiben?
Sie könnten sich dafür entscheiden um ein Zeichen zu setzen und Vorbild für andere Väter zu sein. Oder einfach aus Solidarität mit den Kindern, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen.

Die Kinder merken doch gar nicht, wenn ich nur ein Glas trinke?
Kinder erfahren Sicherheit durch das konsequente Verhalten der Erwachsenen. Dass Mama und Papa so riechen, sprechen und sich benehmen wie sie es normalerweise tun. Auch durch kleine Mengen Alkohol ändert sich das Verhalten. Kinder nehmen die kleinsten Veränderungen bei ihren Eltern wahr, vielleicht ohne zu wissen warum, aber sie spüren, dass sich etwas verändert.

Wieviele Menschen haben das Versprechen für den nächsten Vatertag schon abgegeben?
In Kürze werden wir hier immer die aktuelle Zahl anzeigen.

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